Montag, 23. April 2018

Ich glaub, ich bleib dann einfach mal sitzen

Die vergangene Woche war mit Highlights nur so gespickt. 

Erstens: Dieser unglaubliche Sommereinbruch. Was fällt diesem Wetter eigentlich ein? Wochenlang schien es nichts anderes als grau und kalt zu können und dann plötzlich legt jemand den Schalter um klickt einer auf "supersommersonnenschön". Meine tiefgefrorene Stimmung der vergangenen Wochen war im Nullkommanix ins Gegenteil verkehrt und all diese sommerlichen Attribute ploppten an die Oberfläche: Tatendrang, Kraft, Freude, Ausdauer, Leichtigkeit, und was da sonst noch so aus dem breiigen Sumpf ans Licht wollte.

Zweitens: So entschied ich mich - voller Tatendrang - zu einer Radtour nach Neuss. Musste eh hin, Teamevent. Waren ja auch nur 12 Km. Eine Distanz, die mir vor 6 Jahren noch ein müdes Lächeln abgerungen hätte. Aber die Zeiten sind vorbei und ich kann auch einer Radfahrt nach Neuss viel Schönes abgewinnen. 
Das Teamevent sollte tun, was Teamevents üblicherweise so tun, uns einander näher bringen. Als Mittel zum "Näherbringen" hatte man allerdings vollkommen auf alkoholische Getränke verzichtet und sich stattdessen für die Kunst entschieden. So widmete ich mich einen wunderbaren Frühlingstag lang in Neuss' ältestem Haus ein paar Mal- und Bastelarbeiten. Es hat richtig Spass gemacht und ich konnte frisch inspiriert über den Rhein zurück nach Düsseldorf radeln. Der von mir gefertigte Portemonnaie Prototyp wird wahrscheinlich ganz knapp am Red Dot Designaward vorbeischrammen, und das im Stil Gerhard Richters gestrichene Farbpotpourri auf Holztafel könnte mal....ach ja. WTF

Drittens: Wobei ich beim nächsten Highlight der Woche wäre: Benjamin von Stuckrad Barre las aus Remix 3 im Düsseldorfer Zakk. Lange nicht mehr abends in Sachen Kultur unterwegs gewesen. Hatte völlig verdrängt, dass man in Düsseldorf gerne Kölnwitze macht und mußte mir da erst mal ein dickes Fell zulegen. Stucki war nämlich am Vortag in Köln aufgetreten und ließ keine Gelegenheit ungenutzt, seine Kölnerlebnisse breit zu treten. 
War aber trotzdem gut. Beinahe hätte ich "geil" geschrieben, aber so ganz dieser Altersgruppe zugehörig, die dieses Wort ungestraft benutzt, fühlte ich mich nach Studium der Zuhörenden dieser Lesung nicht. Gefühlt konnte ich aber noch gut 80% Zugehörigkeit in mir nachspüren. Um dem Schmerz über den Verlust der 20% etwas entgegenzusetzen,wählte ich einen Platz ganz nah an der Theke, so dass ich auch während der Lesung unbemerkt Biernachschub organisieren konnte. "Unbemerkt" war aber an diesem Abend nicht so wichtig, wie ich schnell feststellte. Irgendwie wollte jeder auffallen und dem sich an sich selbst aufgeilenden Stuckrad Barre - was man aber nicht anders erwartet hatte - als besonders cool oder crazy oder werweisswas irgendwie besser als die Kölner ? zu erscheinen. Dass auf Stuckrad Barres Aufforderung auf die Bühne zu kommen und dort mit ihm zu rauchen gleich 8 Menschen aus dem Publikum angerannt kamen und sich eine Zigarette ansteckten war noch irgendwie ok, aber dass 3 von ihnen fast eine Stunde dort sitzen blieben und sich dem Autor anbiederten, irritierte mich doch.

Unter ihnen diese Pärchen, das Stuckrad Barres Eskapaden in seinem letzten Buch Panikherz nacheiferte oder seinem Charme dermassen verfallen war,
dass ihr Gebarden an 16-jährige Teenagermädchen auf einem Take That Konzert erinnerte.
Ich zumindest kam aus dem Fremdschämen nicht mehr heraus und mußte mir erst mal noch ein Bier holen, während er versuchte, zwei Zigaretten gleichzeitig 
anzuzünden und derweil auch noch seine musenmäßig auf dem Bühnenboden kauernde Begleitung und den Autor selber zu bestaunen. 

Zum Glück gelang es Stuckrad Barre diese beiden Wesen für einen kurzen Moment von der Bühne zu schütteln, doch bei nächster Gelegenheit kraxelte er 
zurück an den Ort der Selbstinszenierung. Diesmal wollte er unbedingt Teil des großen ganzen Gruppenfotos der Gucci Gang werden, welches man
mitlerweile auf Instagram bestaunen kann. Ich blieb dann - angelehnt an den Buchtitel- erst einmal sitzen und  entschloß mich, das Getue und Gehabe
der Instagram-Genaration zu belächeln. 
Stucki übergab seinen Körper dann noch der johlenden Menge kreischender düesseldorfer Influencer Girls, und probierte Stagediving.
Ohne die muskelpepackten Boyfriends besagter Girls wäre wahrscheinlich sogar Stuckrad Barres federleichte Hülle auf den Boden der Tatsachen geplumst,
aber auch der moderne Mann kann nicht "nein" sagen, wenn es eine Chance gibt, den Frauen zu imponieren.
Stuckrad Barre las dann noch ein bisschen aus seinem Buch - ja wirklich. Dann sangen wir noch alle zusammen ein Lied von Robbie Williams (Angels) 
und von den Toten Hosen (Alex) und fühlten uns unheimlich unbesiegbar. Campino is great, Köln doof und Frau Böttinger hatte gewiss schon hellere Momente als diesem einen Abend im Kölner Treff, an dem sie Stuckrad Barre fragte, warum denn in seinem Buch kaum Frauen vorkommen. Ich habe meine Zweifel, ob Stucki und Betty noch eine große Freundschaft bevorsteht, aber im deutschen Popliteraten und Medienschaffenden Universum weiss man ja nie.




Freitag, 13. April 2018

Kurzurlaub in Zandvoort (NL)

Nach langer Zeit mal wieder Holland. 
Vier Tage im Centerpark Zandvoort verbracht. Direkt nach der Ankunft spazierten wir zum Strand und genossen die Nachmittagssonne. Die Wellen rauschten sanft an den Strand und der Wind hielt sich vornehm zurück. Dafür schien die Frühlingssonne um so ambitionierter in unsere winterblassen Gesichter. Fish & Chips, ein kühles Bier für die Mamas und Limo für die Jungs - was für ein Traumstart in den Kurzurlaub.

Leider blieb es bei dieser Stippvisite des Frühlings und an den beiden folgenden Tagen mussten wir uns mit einem Mix aus grau und Sprühregen begnügen.
Dennoch genossen wir die Zeit und


  • besuchten den Centerpark eigenen Streichelzoo
  • planschten im Schwimmparadies
  • erwarben ein paar holländische Köstlichkeiten
  • assen Fischbrötchen
  • sammelten Muscheln am Strand
  • beschlossen, wiederzukommen.




Freitag, 16. März 2018

Krankenzeit

Nachdem wir Karneval und den Geburtstag des Kleinen Herrn hinter uns gebracht hatten, wurden wir alle krank. Nicht gleichzeitig sondern schön einer nach dem anderen. Ich durfte sofort nach Rosenmontag flach liegen, Tee trinken und tonnenweise Hustenbonbons lutschen. Zum Glück lief im TV das Olympia-Rund-um-Sorglos-Paket und mir entging für ein paar Tage keine einzige Medaillenentscheidung. Auf die Qualifikationsläufe im 2er Bob oder das Viertelfinale im Curing verzichtete ich dann aber doch und schaute mir die neue Staffel "Pastewka" auf amazon prime an. Nicht nachahmneswert.
Der Junior hatte seine Auszeit schon hinter sich und Frau O. beschränkte sich auf ein Wochenende. Blieb noch Herr O., der sich eine ganze Woche kitafreie Zeit gönnte und sich derweil auch noch von Oma und Opa verwöhnen ließ. Omas Möhrengemüse leitete dann schließlich die Wende ein und sorgte für eine reibungslose Genesung. So eine Männergrippe verlangt manchmal ihre ganz eigenen Heilmethoden.

Insgesamt waren dies ein paar Wochen, in denen unser durchgetakteter Alltag ganz schön auf dem Kopf stand. Termine mußten umgelegt oder abgesagt werden, ein paar Sachen blieben einfach mal liegen und dafür konnten andere wunderbar erledigt werden. So konnte ich mal ein paar Unterlagen sortieren und die heißgeliebte Steuererklärung vorbereiten, ein neues Fotobuch entstand und die Kleiderschränke der Jungs sind von zu kurzen Hosen und zu engen Pullis befreit. Die Herausforderung "Homeoffice mit krankem Kind" klappt mitlerweile richtig gut - auch wenn ich mich manchmal frage, wieviel Medienkonsum noch vertretbar ist. 

Inzwischen kennen selbst meine Offshore-Kollegen in Indien die Stimme unseres Großen. Ob sie "Mama, ich muss mal Kacka" verstehen, möchte ich allerdings nicht wissen.
Ein Highlight dieser Wochen war, dass wir die Bestätigung für die Annahme an unserer Wunsch-Grundschule bekommen haben. Herr O. darf sich ab jezt darauf freuen, mit ein paar seiner besten Freunde auf die selbe Schule zu gehen. Der Schulranzen ist auch schon gekauft. Zum Entsetzen von Herrn O. gab es keinen Ranzen mit dem Motiv "Römer". So wählte er alternativ einen mit "Fussballer"-Motiv.

Am 30. August ist sein erster Schultag, aber im Moment fühlt sich das noch gaaaanz weit weg an.


Freitag, 16. Februar 2018

Karneval und Geburtstag

Der kleine Bruder wurde am Tag nach Rosenmontag 2. Für eine rheinländische Frohnatur wie ihn gab es natürlich keine größere Freude als seinen Geburtstag auf ein paar Tage auszudehnen und vergnügt im Pinguin-Kostüm durch die Welt zu watscheln. Wahrscheinlich erwartet er jetzt zu jedem Geburtstag, dass farbenfrohe Paraden an ihm vorbei ziehen und fröhliche Menschen ihm Süßigkeiten vor die Füße werfen werden. 
Es ergab sich glücklicherweise so, dass beide Mamas am Rosenmontag einen Tag arbeitsfrei hatten und die vierköpfige Familie zu einem verlängerten Wochenende in die Eifel zu Oma und Opa aufbrach. Ich spürte die Grippe an die monatelang tapfer von meinem Immunsystem verteidigte Tür klopfen und freute mich auf ein bisschen Entlastung im elterlichen Haus.
Doch erst mal sollte gefeiert werden. Der Dorfumzug startete sonntags mittags bei strömendem Regen und wir zögerten hin und her, ob wir uns bei klirrender Kälte und Regen überhaupt vor die Türe wagen sollten. Doch meine Karnevalsgene setzten sich durch und sobald eine kleine Regenpause ersichtlich war, strömten wir mit tausenden angereisten Jecken an den Zugrand des Obermaubacher Karnevalsumzugs. Die Jungs staunten nicht schlecht, als ihnen die Bonbons direkt in ihre Sammeltüten gesteckt wurden. Nicht mal bücken mussten sie sich. Zum Ausgleich mußten sie dafür aber einige "Ach, ist der aber groß geworden" und Wangenzwickerle über sich ergehen lassen. Der Zug ist schnell erzählt: kurz, laut, und ein Grund zum Trinken für die Dorfjugend. 
Als unsere Tüten mit Billigstpopcorn und Plombenziehern bis zum Bersten gefüllt waren, flüchteten wir wieder in die wohlige Wärme der großelterlichen Wohnung. 
Am nächsten Morgen überraschte uns der Große mit einem Wunsch: Er wolle noch eine Nacht bei Oma und Opa bleiben. Das war das erste mal, dass er das wollte und nach einigem hin und her erfüllten wir ihm seinen Wunsch. 
Er blieb sogar noch eine Nacht länger und genoß seinen Urlaub in vollen Zügen.
Die beiden Mamas und der kleine Bruder fuhren am Rosenmontag zurück nach Düsseldorf und staunten nicht schlecht über die Ruhe und die vielen Freiheiten, die man hat, wenn da plötzlich nur noch ein Kind ist. Dieses eine Kind war erst mal ein bisschen überfordert mit der neuen Rolle und wirbelte etwas ziellos durch die Wohnung, bis er seine neue Mitte gefunden hatte und zur Ruhe kam. So ganz in Ruhe zu spielen, ohne, dass einem ständig jemand etwas wegnahm war schon berauschend. Tags darauf wurde er auch schon 2! So schnell war wieder ein Jahr vergangen:

  • Du läufst seit deinem 15. Monat
  • Du liebst es auf Dinge zu klettern und von oben zu winken
  • Seit Weihnachten sprichst du vermehrt und benutzt sogar Wörter, die wir wiederkennen
  • Du spielst am liebsten Hockey oder Fussball, wenn es etwas ruhiger zugehen soll, spielst du mit Playmobil-Pferden und Männchen
  • Du hast schon deinen ersten Schwimmkurs absolviert und gehst einmal die Woche zum Turnen
  • Am liebsten isst du Fruchtzwerge und Reiswaffeln
  • Wenn es Gummibärchen gibt, kennst du kein Halten
  • Du bist gerne mit anderen Menschen zusammen und wickelst jeden mit deinem Lächeln um den Finger
  • Du bist auch ein kleiner Trotzkopf, der am liebsten mit dem Kopf durch die Wand möchte, wenn mal etwas nicht nach deinen Vorstellungen läuft
  • Du hast jetzt fast alle Zähne
  • Du bist ein morgens-gerne-ein-bisschen-länger-im-Bett-Lieger
  • Du bereitest uns allen sehr viel Freude

Mittwoch, 24. Januar 2018

Weihnachtsferien 

Die verbrachten wir - wie immer - in Irland bei Granddad. Die weihnachtliche Deko funkelte und blinkte in diesem Jahr noch ein bisschen wilder. Drinnen wie draußen flackerten rote, grüne, blaue und gelbe Lämpchen hektisch durcheinander und gaben auch nachts keine Ruhe. So wachte ich einige Male schweißgebadet in dem Glauben auf, unter epileptischen Anfällen zu leiden. Doch es waren nur die Reflektionen der Lichtspiele in Granddads Garten, die ich an der Schlafzimmerdecke flackern sah.

Zum Glück ließ sich Santa davon aber nicht abhalten, zahlreiche Geschenke unter der großen Pflanze im "Foyer" abzustellen, die dann von den Jungs regelrecht aus ihrem Geschenkpapier gerissen wurden, das die Fetzen flogen.
Herr O. hatte wohl schon vor dem Abflug nach Dublin beschlossen, dass er sich ab sofort nur noch dem Thema "Römer" widmen werde. Folglich packte er alle verfügbaren Playmobil-Römer in seinen Rucksack.
Leider passte das thematisch dann überhaupt nicht zu den Geschenken, die wir für ihn ausgesucht hatten. Zwei Wochen vor Beginn der Römerphase hatte er nämlich noch eine sehr intensive Polizeiphase. Der Polizeihelikopter ist bis heute noch nicht bespielt, dafür ist das Römerheer um sechs acht weitere Legionäre und eine Kutsche gewachsen. Die zwei Wochen in Irland reichten grade aus, sämtliche verfügbare Asterix-und-Obelix-Folgen als Film und auch als Hörbuch zu schauen / hören. Das Leben und Sterben von Julius Cäsar wurde unter die Lupe genommen und die Kampfstrategien der römischen Soldaten analysiert. Unsere Gespräche kreisten permanent um Schlachten, sterbende Römer / Gallier / Briten / Ägypter), Brutus und die hinterlistige Verschwörung, die zur Ermordung Cäsars führte und diverse Möglichkeiten, zu Tode zu kommen.

Ablenkung fanden wir gelegentlich bei Ausflügen ins Umland, beim traditionellen Schlittschuhlaufen in Dundrum oder beim Neujahrsfrühstück im Avoca-Cafe.

Dort gab es auch die besten Poached Eggs.

Neuentdeckungen des Urlaubs:

  • Poached Egg Cooker für die Mikrowelle von Joseph & Joseph
  • Merino-Wollsocken (SmartWool)
  • Die Bücher von Joachim Meyerhoff (Bin mitlerweile beim 3. Buch)
  • Rotwein

Montag, 15. Januar 2018

Jahresfragebogen 2017

Äußerliche Veränderungen?
Kurz vor Weihnachten setzte ich mir eine neue Brille auf die Nase. Verändert mich ganz wesentlich, wie die Reaktionen meiner Mitmenschen zeigen.

Mehr ausgegeben oder weniger? 
Im Vergleich zu 2016 wahrscheinlich ein bisschen weniger, aber das Leben mit zwei Kindern ist nicht grade günstig.

Der hirnrissigste Plan? 
Busfahrt von Barcelona-Airport nach Salou. Der Junior war einfach nicht davon zu überzeugen, dass er zwei Stunden still sitzen soll und während der Busfahrt nicht durch den Gang laufen darf. Aus Wut und Verzweiflung warf der dann seinen Schnuller quer durch den Bus.

Die gefährlichste Unternehmung? Mit zwei Kindern macht man keine gefährlichen Dinge mehr - es sei denn man betrachtet jeden Ausflug mit 2 jungs als gefährlich.

Die teuerste Anschaffung?

Meine neue Brille.

Das leckerste Essen?
Wie immer: der Klassiker: Scharfes Rindfleisch mit viel Knoblauch im Sichuan-Restaurant, Dublin; 

Ein paar indische Mittagessen mit lieben indischen Kollegen.
Selbstgebratene Wiener Schnitzel.
Poached Eggs on Toast mit Avocado und gebratenen Tomaten.
Das beeindruckendste Buch?

Joachim Meyerhoff - Alle Toten fliegen hoch.

Der berührendste Film?
Die Schlümpfe - Das verlorene Dorf

Das beste Lied? Roots

Despacito

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Frau O. und den beiden Jungs und meinen Arbeitskollegen.

Dem Team vom Cafe Rekord.
Die schönste Zeit verbracht mit…?
Der Familie - insbesondere während unseres großen Get-Together Urlaubs in Spanien

Vorherrschendes Gefühl 2017? 
Ich muss noch packen.

Wir brauchen noch Milch.


2017 zum ersten Mal getan? 
Mit Herrn O. einen Weihnachtsgottesdienst besucht.

Fahrradausflug mit zwei Kindern.

2017 nach langer Zeit wieder getan? 
Kinobesuche (mit Herrn O.)

Tour de France live angeschaut

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? 
1. Zahnschmerzen
2. Beim Schwarzfahren in der Bahn erwischt zu werden

Was gibt Hoffnung für 2018?

Kindergelderhöhung (haha)

Was beunruhigt mich?
Terror, AFD, Rechtspopulismus, Respektlosigkeit, Optimierungswahn

2017 war mit einem Satz:
Bewegend

Freitag, 15. Dezember 2017

Grüße an den Weihnachtsmann

Der Glaube an den Weihnachtsmann ist ja allgemein etwas, das man Kindern im Alter von 2-6 gerne zuschreibt. Doch auch hier gibt es statistisch gesehen immer Kinder, die nie an den Weihnachtsmann geglaubt haben und solche, die es vielleicht noch mit 20 tun. Was Herr O. glaubt - oder was ich aus seinen Fragen herausinterpretiere, was er vermutlich glaubt - ist schon eher ein Sonderfall.

Ein Versuch.

Jedes Jahr verbringen wir das Weihnachtsfest in Irland. Dort kommt in der Nacht zum 25. Dezember der Santa Claus auf seinem Rentierschlitten herangeauscht, schlüpft durch den Kamin und bringt den Kindern die Geschenke.
Schon als dreijähriger Knirps fiel Herrn O. auf, dass das ja eine logistische Herausforderung ist, die selbst amazon nicht schafft: Allen Kindern auf der ganzen Welt in einer einzigen Nacht die Geschenke zu bringen.
Er wurde skeptisch.
Der er in Deutschland eine nicht-konfessionelle Kita besucht, schnappt er dort verschiedene Varianten der Weihnachtsmann-Theorie auf, mischt sie in seinem schlauen Hirn mit Christkind-Geschichten und all den Infos, die er dort bereits über "Himmel", "Jesus" und "Tod" gespeichert hat.

Aus diesem Mix entstehen dann folgende Fragen:


  • Wie alt ist der Weihnachtsmann? Muss er auch sterben, wenn er mal 100 ist? Nein? Und wenn er doch irgendwann mal sterben will?
  • Wenn der Weihnachtsmann im Himmel ist, kann er dann auch die Toten sehen? Kann er mit ihnen sprechen?
  • Wenn wir mit dem Flugzeug nach Irland fliegen, sehen wir dann den Weihnachtsmann über den Wolken? Sehen wir auch die Toten? 
  • Der Jesus ist gestorben und kommt jedes Jahr zu Weihnachten wieder zurück auf die Erde? Warum kann dann Ur-Oma das nicht?
Noch sind 10 Tage Zeit bis zum Fest und ich freue mich auf viele schlaue neue Fragen.
Drückt uns die Daumen, dass der Weihnachtsmann nicht vor dem 25. Dezember den Wunsch äußert zu sterben.