Freitag, 16. Februar 2018

Karneval und Geburtstag

Der kleine Bruder wurde am Tag nach Rosenmontag 2. Für eine rheinländische Frohnatur wie ihn gab es natürlich keine größere Freude als seinen Geburtstag auf ein paar Tage auszudehnen und vergnügt im Pinguin-Kostüm durch die Welt zu watscheln. Wahrscheinlich erwartet er jetzt zu jedem Geburtstag, dass farbenfrohe Paraden an ihm vorbei ziehen und fröhliche Menschen ihm Süßigkeiten vor die Füße werfen werden. 
Es ergab sich glücklicherweise so, dass beide Mamas am Rosenmontag einen Tag arbeitsfrei hatten und die vierköpfige Familie zu einem verlängerten Wochenende in die Eifel zu Oma und Opa aufbrach. Ich spürte die Grippe an die monatelang tapfer von meinem Immunsystem verteidigte Tür klopfen und freute mich auf ein bisschen Entlastung im elterlichen Haus.
Doch erst mal sollte gefeiert werden. Der Dorfumzug startete sonntags mittags bei strömendem Regen und wir zögerten hin und her, ob wir uns bei klirrender Kälte und Regen überhaupt vor die Türe wagen sollten. Doch meine Karnevalsgene setzten sich durch und sobald eine kleine Regenpause ersichtlich war, strömten wir mit tausenden angereisten Jecken an den Zugrand des Obermaubacher Karnevalsumzugs. Die Jungs staunten nicht schlecht, als ihnen die Bonbons direkt in ihre Sammeltüten gesteckt wurden. Nicht mal bücken mussten sie sich. Zum Ausgleich mußten sie dafür aber einige "Ach, ist der aber groß geworden" und Wangenzwickerle über sich ergehen lassen. Der Zug ist schnell erzählt: kurz, laut, und ein Grund zum Trinken für die Dorfjugend. 
Als unsere Tüten mit Billigstpopcorn und Plombenziehern bis zum Bersten gefüllt waren, flüchteten wir wieder in die wohlige Wärme der großelterlichen Wohnung. 
Am nächsten Morgen überraschte uns der Große mit einem Wunsch: Er wolle noch eine Nacht bei Oma und Opa bleiben. Das war das erste mal, dass er das wollte und nach einigem hin und her erfüllten wir ihm seinen Wunsch. 
Er blieb sogar noch eine Nacht länger und genoß seinen Urlaub in vollen Zügen.
Die beiden Mamas und der kleine Bruder fuhren am Rosenmontag zurück nach Düsseldorf und staunten nicht schlecht über die Ruhe und die vielen Freiheiten, die man hat, wenn da plötzlich nur noch ein Kind ist. Dieses eine Kind war erst mal ein bisschen überfordert mit der neuen Rolle und wirbelte etwas ziellos durch die Wohnung, bis er seine neue Mitte gefunden hatte und zur Ruhe kam. So ganz in Ruhe zu spielen, ohne, dass einem ständig jemand etwas wegnahm war schon berauschend. Tags darauf wurde er auch schon 2! So schnell war wieder ein Jahr vergangen:

  • Du läufst seit deinem 15. Monat
  • Du liebst es auf Dinge zu klettern und von oben zu winken
  • Seit Weihnachten sprichst du vermehrt und benutzt sogar Wörter, die wir wiederkennen
  • Du spielst am liebsten Hockey oder Fussball, wenn es etwas ruhiger zugehen soll, spielst du mit Playmobil-Pferden und Männchen
  • Du hast schon deinen ersten Schwimmkurs absolviert und gehst einmal die Woche zum Turnen
  • Am liebsten isst du Fruchtzwerge und Reiswaffeln
  • Wenn es Gummibärchen gibt, kennst du kein Halten
  • Du bist gerne mit anderen Menschen zusammen und wickelst jeden mit deinem Lächeln um den Finger
  • Du bist auch ein kleiner Trotzkopf, der am liebsten mit dem Kopf durch die Wand möchte, wenn mal etwas nicht nach deinen Vorstellungen läuft
  • Du hast jetzt fast alle Zähne
  • Du bist ein morgens-gerne-ein-bisschen-länger-im-Bett-Lieger
  • Du bereitest uns allen sehr viel Freude

Mittwoch, 24. Januar 2018

Weihnachtsferien 

Die verbrachten wir - wie immer - in Irland bei Granddad. Die weihnachtliche Deko funkelte und blinkte in diesem Jahr noch ein bisschen wilder. Drinnen wie draußen flackerten rote, grüne, blaue und gelbe Lämpchen hektisch durcheinander und gaben auch nachts keine Ruhe. So wachte ich einige Male schweißgebadet in dem Glauben auf, unter epileptischen Anfällen zu leiden. Doch es waren nur die Reflektionen der Lichtspiele in Granddads Garten, die ich an der Schlafzimmerdecke flackern sah.

Zum Glück ließ sich Santa davon aber nicht abhalten, zahlreiche Geschenke unter der großen Pflanze im "Foyer" abzustellen, die dann von den Jungs regelrecht aus ihrem Geschenkpapier gerissen wurden, das die Fetzen flogen.
Herr O. hatte wohl schon vor dem Abflug nach Dublin beschlossen, dass er sich ab sofort nur noch dem Thema "Römer" widmen werde. Folglich packte er alle verfügbaren Playmobil-Römer in seinen Rucksack.
Leider passte das thematisch dann überhaupt nicht zu den Geschenken, die wir für ihn ausgesucht hatten. Zwei Wochen vor Beginn der Römerphase hatte er nämlich noch eine sehr intensive Polizeiphase. Der Polizeihelikopter ist bis heute noch nicht bespielt, dafür ist das Römerheer um sechs acht weitere Legionäre und eine Kutsche gewachsen. Die zwei Wochen in Irland reichten grade aus, sämtliche verfügbare Asterix-und-Obelix-Folgen als Film und auch als Hörbuch zu schauen / hören. Das Leben und Sterben von Julius Cäsar wurde unter die Lupe genommen und die Kampfstrategien der römischen Soldaten analysiert. Unsere Gespräche kreisten permanent um Schlachten, sterbende Römer / Gallier / Briten / Ägypter), Brutus und die hinterlistige Verschwörung, die zur Ermordung Cäsars führte und diverse Möglichkeiten, zu Tode zu kommen.

Ablenkung fanden wir gelegentlich bei Ausflügen ins Umland, beim traditionellen Schlittschuhlaufen in Dundrum oder beim Neujahrsfrühstück im Avoca-Cafe.

Dort gab es auch die besten Poached Eggs.

Neuentdeckungen des Urlaubs:

  • Poached Egg Cooker für die Mikrowelle von Joseph & Joseph
  • Merino-Wollsocken (SmartWool)
  • Die Bücher von Joachim Meyerhoff (Bin mitlerweile beim 3. Buch)
  • Rotwein

Montag, 15. Januar 2018

Jahresfragebogen 2017

Äußerliche Veränderungen?
Kurz vor Weihnachten setzte ich mir eine neue Brille auf die Nase. Verändert mich ganz wesentlich, wie die Reaktionen meiner Mitmenschen zeigen.

Mehr ausgegeben oder weniger? 
Im Vergleich zu 2016 wahrscheinlich ein bisschen weniger, aber das Leben mit zwei Kindern ist nicht grade günstig.

Der hirnrissigste Plan? 
Busfahrt von Barcelona-Airport nach Salou. Der Junior war einfach nicht davon zu überzeugen, dass er zwei Stunden still sitzen soll und während der Busfahrt nicht durch den Gang laufen darf. Aus Wut und Verzweiflung warf der dann seinen Schnuller quer durch den Bus.

Die gefährlichste Unternehmung? Mit zwei Kindern macht man keine gefährlichen Dinge mehr - es sei denn man betrachtet jeden Ausflug mit 2 jungs als gefährlich.

Die teuerste Anschaffung?

Meine neue Brille.

Das leckerste Essen?
Wie immer: der Klassiker: Scharfes Rindfleisch mit viel Knoblauch im Sichuan-Restaurant, Dublin; 

Ein paar indische Mittagessen mit lieben indischen Kollegen.
Selbstgebratene Wiener Schnitzel.
Poached Eggs on Toast mit Avocado und gebratenen Tomaten.
Das beeindruckendste Buch?

Joachim Meyerhoff - Alle Toten fliegen hoch.

Der berührendste Film?
Die Schlümpfe - Das verlorene Dorf

Das beste Lied? Roots

Despacito

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Frau O. und den beiden Jungs und meinen Arbeitskollegen.

Dem Team vom Cafe Rekord.
Die schönste Zeit verbracht mit…?
Der Familie - insbesondere während unseres großen Get-Together Urlaubs in Spanien

Vorherrschendes Gefühl 2017? 
Ich muss noch packen.

Wir brauchen noch Milch.


2017 zum ersten Mal getan? 
Mit Herrn O. einen Weihnachtsgottesdienst besucht.

Fahrradausflug mit zwei Kindern.

2017 nach langer Zeit wieder getan? 
Kinobesuche (mit Herrn O.)

Tour de France live angeschaut

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? 
1. Zahnschmerzen
2. Beim Schwarzfahren in der Bahn erwischt zu werden

Was gibt Hoffnung für 2018?

Kindergelderhöhung (haha)

Was beunruhigt mich?
Terror, AFD, Rechtspopulismus, Respektlosigkeit, Optimierungswahn

2017 war mit einem Satz:
Bewegend